
Die wichtigsten Schritte zum erfolgreichen Verkauf Ihres Pflegedienstes
Der reibungslose Verkauf eines Pflegedienstes erfordert eine strukturierte und professionelle Vorgehensweise, um den bestmöglichen Wert zu erzielen.
Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die Ihnen dabei hilft, Ihren Pflegedienst erfolgreich zu veräußern.
Bewertung des Pflegedienstes
Eine fundierte Bewertung Ihres Pflegedienstes ist der erste Schritt beim Verkaufsprozess. Dabei werden verschiedene Faktoren wie Finanzen, Kundenstamm, Marktbedingungen und Wettbewerb berücksichtigt, um einen realistischen Wert des Unternehmens zu ermitteln.
- “Harte” Faktoren zur Bewertung eines Pflegedienstes
- “Weiche” Faktoren zur Bewertung eines Pflegedienstes
- Verfahren zur Bewertung von Pflegediensten
- Einfache Faustregel für die Bewertung eines Pflegedienstes
“Harte” Faktoren zur Bewertung eines Pflegedienstes
Es gibt eine Reihe von Punkten, die bei der Bewertung Ihres Pflegedienstes gut messbar sind und einen wesentlichen Einfluss auf den Verkaufspreis haben. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht und eine Kurzbeschreibung der wichtigsten Kriterien:
Harte FaktorenKurzbeschreibungUmsatz und ErlösDie Gesamteinnahmen des Pflegedienstes aus den erbrachten Leistungen.Gewinn / RentabilitätDer erwirtschaftete Gewinn nach Abzug aller Kosten und Ausgaben.Anzahl der Patienten und KundenDie Größe des Kundenstamms des Pflegedienstes.Mitarbeiteranzahl und ‑qualifikationDie Anzahl der Beschäftigten und deren Qualifikation sowie Erfahrung.Standorte und geografische AbdeckungDie Anzahl und geografische Verteilung der Standorte, in denen der Pflegedienst tätig ist.DienstleistungsspektrumDie Bandbreite der angebotenen Dienstleistungen, z. B. ambulante Pflege, Betreuung, spezielle Therapien usw.Verträge mit Krankenkassen und LeistungserbringernDie bestehenden Vereinbarungen und Verträge mit Krankenkassen und anderen Leistungserbringern.Qualitätsbewertungen und ZertifizierungenBewertungen und Zertifizierungen, die die Qualität bestätigen sowie der allgemeine Stand des QM.Außenauftritt & WebsiteEin Top-Außenauftritt wirkt attraktiv auf potenzielle Käufer.Technologie und AusstattungDer Einsatz moderner Technologien und eine hochwertige Ausstattung der Einrichtung.Rechtliche und regulatorische AspekteDie Einhaltung von Gesetzen, Vorschriften und Standards.
“Weiche” Faktoren zur Bewertung eines Pflegedienstes
Die weichen Faktoren spielen eine ebenso bedeutende Rolle wie die harten Faktoren bei der Bewertung eines ambulanten Pflegedienstes. Sie sind entscheidend für den langfristigen Erfolg und die Attraktivität des Unternehmens für potenzielle Käufer.
Weiche FaktorenKurzbeschreibungReputationDer Ruf und das Ansehen des Pflegedienstes in der Gemeinschaft, unter den Kunden und unter aktuellen Mitarbeitern sowie potentiellen Bewerbern.FachkompetenzDie Qualifikation und Expertise des Pflegeteams sowie die Erfahrung und Spezialisierung in verschiedenen Pflegebereichen.ArbeitsklimaDie Stimmung, Zufriedenheit und Zusammenarbeit der Mitarbeitenden, die sich auf die Pflegequalität und das Betriebsklima auswirken.InnovationsgradDie Bereitschaft des Pflegedienstes, innovative Technologien, Behandlungsmethoden und Pflegekonzepte zu implementieren.KundenorientierungDie Ausrichtung des Pflegedienstes auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der Kunden sowie deren Zufriedenheit.Einfluss des aktuellen InhabersDie Fähigkeit des aktuellen Inhabers, Prozesse zu etablieren und Mitarbeiter sowie Kunden zu binden – auch nach seinem Ausscheiden.
Verschiedene Verfahren zur Bewertung von Pflegediensten
- Substanzwertverfahren: Hierbei wird die Differenz zwischen dem Vermögen und den Schulden des Pflegedienstes berechnet (Zerschlagungswert). Es gibt Aufschluss über den materiellen Wert der Einrichtung und den vorhandenen Ressourcen. Dies bildet die Untergrenze des Verkaufspreises.
- Ertragswertverfahren (Discounted Cash Flow): Dieses Verfahren bewertet die zukünftig erwarteten Erträge des Pflegedienstes, die auf den heutigen Wert abgezinst werden. Das Ergebnis ist ein Barwert, der den potenziellen Ertrag des Unternehmens in der Zukunft berücksichtigt.
- Multiplikatorverfahren: Dies ist die üblichste Methode. Es verwendet eine Bezugsgröße, die häufig das Betriebsergebnis ist. Diese wird mit einem branchenüblichen Faktor multipliziert, um den Wert des Pflegedienstes zu ermitteln.
Die genaue Bewertung sollte Experten und Sachverständigen überlassen werden, die sich mit Bewertungsmethoden auskennen, da sonst die Bewertung zu niedrig oder zu hoch ausfallen könnte. Nehmen Sie hier unverbindlich Kontakt auf.
Einfache Faustregel für die Bewertung eines Pflegedienstes
Eine gute Faustregel ist, dass der Verkaufspreis zwischen dem zwei- bis vierfachen des Betriebsergebnisses liegen sollte. Dabei sollte der Unternehmerlohn abgezogen werden.
Rechenbeispiel:
Ein Pflegedienst macht einen kontinuierlichen Umsatz von 1.000.000 EUR. Nach Abzug der Privatentnahme des Inhabers bleibt ein Gewinn von 100.000 EUR übrig. Das heißt, dass ein Verkaufserlös von 200.000 – 400.000 EUR erwartet werden kann.
Praxistipp: Identifizierung von “Red Flags”
Während Sie oder ein Experte Ihren Pflegedienst bewerten, können eine Reihe von wertmindernden Faktoren ersichtlich werden. Im schlechtesten Fall ist der Verkauf sogar unmöglich. Wir empfehlen daher frühzeitig mit den Verkaufsvorbereitungen zu beginnen und diese wertmindernden Faktoren zu beheben sowie wertsteigernde Maßnahmen durchzuführen.
Hinweis: Dieser Artikel ist Teil unserer Gesundheitswirtschaft-Serie. Kontaktieren Sie uns unter valuation@adamsstrategy.de für Beratungen zu M&A im Pflegebereich.